{"id":1466,"date":"2022-09-30T15:25:07","date_gmt":"2022-09-30T13:25:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.shp.law\/?p=1466"},"modified":"2022-09-30T15:25:07","modified_gmt":"2022-09-30T13:25:07","slug":"musikstreaming-in-deutschland-wie-fair-ist-die-vergutung-der-musikschaffenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.shp.law\/index.php\/2022\/09\/30\/musikstreaming-in-deutschland-wie-fair-ist-die-vergutung-der-musikschaffenden\/","title":{"rendered":"Musikstreaming in Deutschland \u2013 Wie fair ist die Verg\u00fctung der Musikschaffenden?"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Auftrag der GEMA hat die Goldmedia GmbH diesen Monat eine <a href=\"https:\/\/www.gema.de\/aktuelles\/streaming\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.gema.de\/aktuelles\/streaming\/\">Studie zum Musikstreaming in Deutschland <\/a>vorgelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ums\u00e4tze von Musik-Streamingdiensten wachsen weiterhin rasant an und die Musikindustrie erhofft sich durch diese Dienste, auch im digitalen Zeitalter noch profitabel agieren zu k\u00f6nnen. 45 % der Deutschen nutzen mittlerweile Dienste wie Spotify, Deezer, Apple Music, Tidal und Co.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt betr\u00e4gt der Audio-Streaming Anteil am Musikh\u00f6ren mittlerweile \u00fcber 33 %. Nimmt man Videostreaming-Dienste wie YouTube hinzu, sind es sogar mehr als 50 %. Bei den Ums\u00e4tzen f\u00fcr Musikaufnahmen betrug der Anteil der Streamingdienste in Deutschland 2021 bereits 68 %. In Schweden, dem Heimatmarkt von Spotify, waren es 2021 sogar bereits 91\u00a0%.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie die Studie zeigt, bietet der Markt also viel Potenzial. Allerdings wird auch der Eindruck vieler K\u00fcnstler best\u00e4tigt, dass vom den erzielten Umsatzerl\u00f6sen nur ein geringer Teil bei den Musikschaffenden verbleibt. Von den Nettoeinnahmen aus einem Standard-Abo verbleiben weniger als ein Viertel, n\u00e4mlich nur 22,4 % bei den Musikschaffenden. Davon entfallen 43,3 % auf die UrheberrInnen und der Rest (56,7 %) auf die InterpretInnen. Oftmals muss der Anteil der Musikschaffenden noch auf eine Vielzahl von Personen verteilt werden, die an dem jeweiligen Werk als UrheberInnen oder InterpretInnen mitgewirkt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Labels hingegen profitieren mit 42,4 % von den Nettoeinnahmen deutlich mehr als die Musikschaffenden. Im Vergleich zu der Erl\u00f6sverteilung bei klassischen Tontr\u00e4gern wie etwa CDs und Vinyl profitieren die Labels bei den Einnahmen aus Streamingdiensten im Vergleich zu den Musikschaffenden deutlich mehr. Allerdings gibt es hierbei im Einzelnen erhebliche Unterschiede zwischen Indie- und Major-Labels und auch zwischen den K\u00fcnstlern.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Anzahl der Musikstreams in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen hat, ist der Umsatz pro Streams in den letzten Jahren deutlich gesunken, selbst wenn man Kaufkraftverluste au\u00dfen vor l\u00e4sst. Das l\u00e4sst sich mit mehreren Faktoren begr\u00fcnden. Zum einen hat sich der Standard-Preis f\u00fcr Streaming-Abos seit Markteinf\u00fchrung vor ca. 10 Jahren nahezu nicht ver\u00e4ndert und betr\u00e4gt in den meisten F\u00e4llen etwa 10 EUR pro Monat. Au\u00dferdem werden zunehmend k\u00fcrzere Musikst\u00fccke produziert, da pro Stream und nicht pro Dauer des Songs verg\u00fctet wird. Insgesamt stieg die Anzahl der Streams \u00fcberproportional zu den erzielten Erl\u00f6sen an.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Preisanpassung durch die Streaminganbieter scheint l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig, doch es wirkt so, als wolle keiner der Anbieter den ersten Schritt machen. Deezer hat den Preis f\u00fcr sein Standard-Abo im letzten Jahr moderat um 1,00 EUR erh\u00f6ht, allerdings wird von vielen Musikschaffenden eine noch viel deutlichere Erh\u00f6hung gefordert. So verwundert es auch nicht, dass in der Studie knapp 90 % der befragten Musikschaffenden angeben, dass sie die Verg\u00fctung, die sie aus Musikstreaming erhalten, als nicht angemessen betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch eine Abkehr vom klassischen pro rata Modell, bei dem der Gesamtumsatz des Streaminganbieters durch die Anzahl der Gesamtstreams geteilt wird, wird vielfach diskutiert. Ein nutzerbasiertes Verg\u00fctungsmodell, bei dem nur die vom Nutzer geh\u00f6rten K\u00fcnstler in Betracht gezogen werden, k\u00f6nnte Abhilfe schaffen und wird bereits von einzelnen Streaminganbietern erprobt.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt zeigt sich, dass gerade aus Sicht der K\u00fcnstler noch gro\u00dfer Verhandlungsbedarf besteht, um eine ad\u00e4quate Verg\u00fctung erzielen zu k\u00f6nnen. Die jetzige Situation, bei der nur ein sehr kleiner Anteil der K\u00fcnstler von den Streamingeinnahmen leben kann (bei Spotify verdienen nur 0,2 % der K\u00fcnstler mehr als 50.000 EUR im Jahr) ist f\u00fcr die K\u00fcnstler unbefriedigend. Aber auch im Interesse der Labels sollte ein nachhaltiges Modell geschaffen werden, von dem alle Seiten profitieren k\u00f6nnen, und das auch in Zukunft die n\u00f6tige Akzeptanz von Musikern und Musikkonsumenten findet.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerne beraten wir Sie bei s\u00e4mtlichen Fragen des Urheber- und Leistungsschutzrechts sowie in allen anderen Fragen des gewerblichen Rechtsschutzes.<\/p>\n<div class=\"credits-overlay\" data-target=\".wp-image-1467\"><a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/portland-usa-mar-15-2021-assorted-1995412844\" target=\"_blank\">Tada Images<\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Auftrag der GEMA hat die Goldmedia GmbH diesen Monat eine Studie zum Musikstreaming in Deutschland vorgelegt. 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